Pressemitteilung: Vorfall in der Nacht zum 01.06.2020

In der Nacht zum 1. Juni 2020 wurden mehrere Jugendliche im Umfeld des Reutlinger Volksparks von einer Gruppe von vier Männern angegriffen. Ein anfänglicher Streit über ein, von drei der Männern geklautes Bier führte nach Gewalteinwirkung der Männer zu einem kurzen Streitgespräch über Rechtsradikalismus, woraufhin einer der Jugendlichen seine Ablehnung kundtat. Daraufhin gaben die Männer ihr rechtes Gedankengut zu erkennen, lehnten jede Beilegung des Streits ab und riefen einen gleichgesinnten Bekannten an, mit der Absicht die Betroffenen durch sein Dazukommen einzuschüchtern.

Die Jugendlichen beschlossen daraufhin sich vom Volkspark zu entfernen, um Konfrontationen zu vermeiden, was von den ihnen folgenden Männern vereitelt wurde. Nach dem Dazukommen des Bekannten eskalierte nach weiteren Einschüchterungsversuchen seitens der Männer die Situation und es kam zu weiteren Handgreiflichkeiten: so schüttete u.a. einer der Männer etwas Bier auf den o.g. Jugendlichen. Die Jugendlichen versuchten anschließend zu fliehen, woraufhin jener Jugendlicher einen Schlag mit einer Bierflasche auf den Hinterkopf verpasst bekam, was in einer Platzwunde am Kopf des Jugendlichen resultierte. Trotz der Wunde am Kopf versuchte der Jugendliche weiterhin Abstand zu gewinnen, fiel allerdings bedingt durch kommenden Schwindel auf den Boden. Einer der Männer trat anschließend auf den Arm des am Boden liegenden Jugendlichen und prügelte auf ihn ein. Die Situation konnte erst durch das Dazukommen von zwei Passant_innen entschärft werden, trotzdem konnte der Tretende fliehen. Kurze Zeit später trafen Polizei und Rettungskräfte ein. Den Notruf setzte einer der Jugendlichen ab.

Solche Vorfälle und etwaige andere Übergriffe sind keine Einzelfälle in Reutlingen. Die Organisation „Leuchtlinie“ listet ca. 20 Vorfälle aus den letzten drei Jahren. Darunter befinden sich rassistische Beleidigungen, Gewaltanwendung und Sachbeschädigungen. Die Organisation selbst unterstützt Betroffene von rechter Gewalt und dokumentiert rechtsmotivierte Straftaten in ihrer Chronik.

Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen, wünschen ihnen alles Gute und weisen darauf hin, dass auch während der Corona-Pandemie Menschen Opfer von rechter Gewalt werden können, weswegen es auch weiterhin wichtig bleibt sich dem rechten Mob entgegenzustellen und den Opfern von rechter Gewalt solidarisch gegenüberzustehen & Unterstützung zu leisten.